Samstag 16. März 2019 — Samstag 06. April 2019

Die bildende Künstlerin kate-hers RHEE verwendet einen interdisziplinären Ansatz, um Themen der transnationalen Identität und der Konstruktion des Selbst zu erforschen, wobei auch Gender, Migration und globale Ungleichheit in die Diskussion einfließen. Ihre Arbeit befasst sich mit der Neubewertung ethnographischer Sammlungen und den postkolonialen Diskursen, die um diese geführt werden. Sie erfindet neue kulturelle Artefakte, ethnographische Symbole und eine lebendige, atmosphärische Anthropologie. Insbesondere beabsichtigt sie, über die Materialität und die akribischen Prozesse ihrer Arbeit eine Art spiritueller Transformation zu bewirken. In der Ausstellung „Past Persephone“ greift die Künstlerin antike Legenden über die Kosmologie aus der Mythologie der Ureinwohner Amerikas und des antiken Griechenland auf, sowie das historische als auch das geschichtsleugnende Gedächtnis Ostasiens über die „Trostfrauen“. Sie verknüpft dazu traditionelle koreanische Instrumente, die mit Ernte und Folkloreartefakten verbunden sind mit modernen Schönheitsprodukten. RHEE schafft transnationale feministische Werke, die den männlichen Blick unterwandern und die orientalistische Perspektive aufbrechen.

DieInstallation Sieben Schwestern verwendet Erfindungen, die geschaffen wurden, um den weiblichen Körper zu kontrollieren oder den männlichen Körper zu bedienen mit dem Ziel einer weiblich zentrierten und von Lookismus freien Darstellung von Weiblichkeit. Sie schafft damit ihr Werk als Denkmal für Frauen, die aufgrund einer weltweiten patriarchalischen Frauenfeindlichkeit unterdrückt, sexuell missbraucht und / oder diskriminiert wurden, speziell für die „Trostfrauen“ die im Zweiten Weltkrieg während der japanischen Besatzung in die sexuelle Sklaverei gezwungen wurden. Die Shamanin ist ein spirituelles Kulturgut das sich mit dem Kosmos befasst und den Betrachter zugleich mit zwei verschiedenen Formen kultureller Aneignung konfrontiert, die mit der deutschen Geschichte der Neuzeit verflochten sind, nämlich dem Hakenkreuz und der Himmelsscheibe von Nebra. Die sich selbst verherrlichende Arbeit Winners Take All, ist eine grelle Wandinstallation, die vollständig aus kitschigen, aber sorgfältig gearbeiteten Einzelanfertigungen von dutzenden Preisbändern besteht, die wie Schimmel aus einer Ecke der Galerie herauswachsen. Bei Grundschulwettbewerben erhalten auch die Verlierer einen Trostpreis, so dass die „Gewinner“ eines solchen Preises sich nun selbst dafür beweihräuchern können, politisch bewusst (woke) zu sein.

(English)

Interdisciplinary visual artist kate-hers RHEE explores transnational identity and the construction of self, while discussing gender, migration, and global inequality. Her work engages with the reassessment of, and post-colonial discourses surrounding ethnographic collections. She invents new cultural artefacts, ethnographic symbols and living breathing anthropology. Above all, her work seeks to be a catalyst for spiritual transformation through materiality and meticulous processes. In the exhibition, Past Persephone, the artist draws on ancient cosmology legends, Native American and ancient Greek mythology, and East Asian historical (mis)memory about the Comfort Women. She incorporates Korean traditional instruments associated with harvest and folk artefacts with modern beauty consumer goods. Her transnational feminist artworks subvert the male gaze and dismantle the orientalist perspective.

With the aim of a portrayal of femininity that is female centered and free of lookism, RHEE’s installation Seven Sisters refers to inventions that were created in order to control the female body or service the male body. This memorial installation pays tribute to women, who have been oppressed, sexually abused, and/or discriminated against because of a global patriarchal misogyny, especially the comfort women who were forced into sexual slavery during the Second World War at the time of Japanese occupation. The Female Shaman is a spiritual, cultural artefact that ponders the cosmos, while confronting two different kinds of cultural appropriation that are entangled with modern German history, namely the swastika and the Nebra Sky Disk. The self-aggrandising Winners Take All is a gaudy wall installation composed entirely of kitschy but meticulously fabricated unique prize ribbons, growing out of a corner of the gallery like mold. Evoking the consolation prize of grammar school competitions, a winner of such a prize toots his/her own horn, praising him/herself for being “woke.”

Vernissage | Freitag, 15. März 2019, 19 Uhr